Geschichte
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Das Limpurger Rind

 

die älteste noch existierende württembergische Rinderrasse


Das Limpurger Rind, bekannt auch unter dem Namen Leintäler, ist die älteste noch existierende württembergische Rinderrasse. Hierbei handelt es sich um ein einfarbig gelbes / gelbrotes Vieh, das in der Region um Aalen, Schwäbisch Gmünd, Welzheim und Gaildorf beheimatet war und ist. Seinen Namen hat das Limpurger Rind von der Grafschaft Limpurg, von der ein Teil Ende des 18. Jahrhunderts, der Rest 1803 mit Württemberg vereinigt wurde.

In den kleinbäuerlichen, oft sehr kargen Verhältnissen, bildete sich eine diesen Anforderungen im besonderen Maße angepasste bodenständige Rinderrasse heraus. Im Vordergrund stand die Eignung als Zugtier, bei gleichzeitig guter Milchleistung. Aufgrund der Betriebsstruktur im Zuchtgebiet der Limpurger wurden bis in die 50er Jahre des 20 Jh. über 60 % der Kühe zu Gespannsarbeiten herangezogen. In den kleineren Betrieben, wo die Limpurger überwiegend gehalten wurden, war der Einsatz von Pferden und Ochsen unrentabel. Besonders geschätzt wurden neben ihrer Ausdauer ihr leichter Gang sowie die Härte der Klauen. Die vorzügliche Eignung zur Arbeit war ein wesentlicher Grund, dass viele Landwirte so lange an der Limpurger Rasse festhielten.

Limpurger  Kuh aus dem HohenheimerStall um 1829 aus dem Band "Rindviehzucht" von H.W.Pabst, Cotta´scher Verlag, Stuttgart

Sehr geschätzt waren Limpurger schon im 19. Jahrhundert bei den Händlern für den Verkauf zum Schlachten in den Ballungszentren. Dort erzielten sie auf Grund ihrer gegenüber anderen Rassen besonderen Fleischqualität und dem feinen Knochenbau deutlich höhere Preise - eine Eigenschaft, die Kenner heute wieder sehr schätzen.

Während die anderen Landschläge in Württemberg durch Einkreuzung von Schweizer Simmentalern verdrängt wurden, erhielten sich die Limpurger trotz mehrerer Einkreuzungsversuche rein. Ab Ende des 19. Jahrhunderts ging ihre Zahl jedoch beständig zurück. Durch die Mechanisierung in der Landwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg nahm die Zahl der Zuchtbetriebe und Kühe weiter ab und zog 1963 die Auflösung des Limpurger Zuchtverbandes nach sich.

Anfang der 80er Jahre galten die Limpurger als ausgestorben. Einige Betriebe hielten jedoch hartnäckig an ihren Tieren fest. Ab 1986 wurden durch die Initiativen von Herrn Professor Sambraus und Herrn Hans Wieland, Mainhardt-Streithag, und mit Unterstützung durch Dr. Dechent und das Tierzuchtamt Schwäbisch Hall die letzten Limpurger Tiere aufgespürt. Sie führte im Mai 1987 zur Gründung der Züchtervereinigung Limpurger Rind und bereits im Sommer 1987 wurden 56 Kühe ins Limpurger Herdbuch aufgenommen. Seither nahm die Population eine erfreuliche Entwicklung - zum Ende des Jahres 2016 verzeichnete sie knapp 600 Kühe im Herdbuch mit entsprechender Nachzucht in 92 Herdbuchbetrieben.

Die Zahl der Milchkühe hält sich seit Jahren konstant mit ca. 100 Kühen unter Milchleistungsprüfung. Bei den Mutterkühen erfreuen sich die Limpurger einer zunehmenden beliebtheit - hier ist jedes Jahr ein Zuwachs zu verzeichnen.

 


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