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Gefährdete Rinderrassen auf der Slow Food Messe 2009 in Stuttgart

Limpurger, Hinterwälder und Murnau-Werdenfelser Rind

Auf der dritten Slow Food Messe vom 02. bis 05. April 2009 in der Neuen Messe Stuttgart waren wieder gefährdete Rinderrassen vertreten. Für die Kühe mit ihren Kälbern wurde eigens ein Stand vor dem Eingang zu den Messehallen aufgebaut. Rindviecher hautnah für die Besucher der Messe - und viele Gespräche überLandwirtschaft, Rinderrassen, Gefährdung ....

Landwirtschaftsminister Peter Hauk im Gespräch mit Werner Ehman (links), Slow Food Präsident Otto Geisel, Messegeschäftsführer Roland Bleinroth sowie Siegfried Idler - Foto: MBW Stuttgart

Die Limpurger Mutterkuh hatte ihre lebhaften fünf Monate alten Zwillingskälber dabei. Sie stammen aus dem Limpurger  Zuchtbetrieb von Karl-Friedrich Hess aus Gaildorf-Eutendorf. Eine Hinterwälderkuh mit ihrem 4 Wochen alten Kuhkalb wurde ausgestellt von Paul Franck aus Kraichtal - Neubürg. Aus Bayern, aus Neuburg an der Donau stammten die Murnau Werdenfelser Kuh des Betriebes Franz Eller. Allen drei Rassen ist gemeinsam, dass sie vom Aussterben bedroht sind und nun werden Wege gesucht, um den Bestand zu sichern und die Zahl der Tiere wieder zu vermehren. Nicht nur in Museen sollen die Tiere ihren Platz finden, sondern am Besten in ihrer angestammten Heimat, sozusagen als ein lebendes Kulturgut der Region, in der sie in den letzten Jahrhunderten entstanden sind. Den Bestand nachhaltig zu sichern gelingt nur, wenn der Rasse eine wirtschaftliche Bedeutung gegeben wird.

Hinterwälder-Züchter Adeline Franck und  Paul Franck mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk  Foto: MBW Stuttgart

Das Motto der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) "Rasseerhalt durch aufessen" ist hier durchaus hilfreich, z.B. im Zusammenhang mit der Aufgabe als Landschaftspfleger, wenn Flächen beweidet werden, die für die landwirtschaftliche Nutzung nicht so sehr interessant sind.

Dieser Zusammenhang soll den Messebesuchern vermittelt werden. Auch zahlreiche Schulklassen nutzten die Gelegenheit zum Kontakt mit den schönen Landschaftspflegern. Landwirtschaftsminister Peter Hauk, Baden-Württemberg kam bei seinem Messerundgang extra vor die Hallen zum Stand der gefährdeten Rinderrassen, fand hautnahen Kontakt mit den Tieren und begrüßte die Aktivitäten zum Erhalt der Rassen.